Strandwetter

Hier passiert nicht wirklich viel. Eine Radtour zum Semaphore de la Pointe Saint Gildas wird von Google über merkwürdige „Radwege“ geleitet:

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An der Straße mag ich nicht, der eigentliche Radweg ist mal wieder „Route barrée“ und dies hier geht steil bergauf: Strandweg bei Préfailles.

Es ist heiß, die Strände sind heiß und dicht besiedelt, das Meer perfekt kalt. Bis die Strandhitze nicht mehr auszuhalten ist und ich lieber noch einkaufen fahre.
Es ist immer noch heiß. Ich schaue den Kühen zu, die Kühe schauen mir zu.

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In einem komischen Ort namens St.Michel-Chef-Chef bin ich fast allein im Supermarkt. Alle anderen sind am Strand. Auf dem leeren Parkplatz steht eine geniale Erfindung: Die 30-Minuten-Waschmaschine. Praktisch! Vor dem Einkaufen befüllen, nachher sauber mitnehmen! (Ich frage mich, ob sie auch mit mir spricht, wie so Vieles in Frankreich… Toiletten, Bankautomaten, die 24/24-Tanke)

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Die Brücke nach Saint-Nazaire nehme ich diesmal mit dem Auto. Französische Brücken sind toll!

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Weil es immer noch heiß ist, suche ich die nächste Strandgegend auf, wundere mich noch beiläufig über eine Bushaltestelle mit der Aufschrift Jaques Tati und traue meinen Augen kaum, als ich einen Wegweiser zum Plage de Monsieur Hulot sehe. Für alle, die diesen Kultfilm nicht kennen: „Die Ferien des Monsieur Hulot“ stammt aus den 1950er Jahren und ist irgendwie in der Versenkung verschwunden. Zu unrecht, oder? Müsste man echt mal wieder sehen.

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Jedenfalls gibt es diesen Strand tatsächlich (der Ort dazu heißt Saint-Marc-sur-Mer), auch wenn die ganzen alten Badebuden, der Gartenschlauch und die Fischer fehlen.

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Immerhin ist das Hotel, in dem Monsieur Hulot seine legendären Ferien verbrachte, noch immer da:

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Am Abend werde ich zum ersten Mal wegen Überfüllung an einem Campingplatz abgewiesen. Logisch, es ist heiß, es ist Wochenende. Allmählich geht der Vorsaisonbonus zuende. Im Wald von La Baule gibt es noch ein freies, schattiges Plätzchen zwischen den alten charmanten Stadtvillen. Diese Stadt, die historisch gesehen zur Bretagne gehört, ist bizarr. Sie trieft vor altem Charme, als wäre ich in einem Jaques-Tati-Film gelandet. Sogar die Hotelpromenade, die den 7 Kilometer langen Sandstrand (der angeblich zu den schönsten Europas gehört) auf voller Länge säumt, fasziniert einen wider besseren Geschmack. Dahinter sprudelt ein reges Stadtleben. In dritter Reihe, dezent bewaldet, stehen die edlen Villen.

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Uferpromenade von La Baule

Allerdings ist am nächsten Tag schon wieder Schluss mit der Hitze. Dafür wartet die endlose Sumpflandschaft von Guérande mit Salzgärten, vielfältigsten Rumstehvögeln und unglaublicher Stimmung auf mich. Zum Heulen schön!

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Das Marais de Guérande erscheint mehr aus Wasser als aus Land zu bestehen. Das Salz wird hier noch traditionell ‚geerntet‘ und verkauft.

Diese hier ist eine der schönsten Gegenden meiner bisherigen Reise.

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