Meine Gruppenreise in die nordöstliche Region um die Danakil-Depression beginnt damit, dass die Teilnehmer auf Fahrzeuge bzw. Fahrer aufgeteilt werden. Immer ein Fahrer steht auf und die entsprechenden Teilnehmer werden aufgerufen. Ich stehe irgendwie ganz oben auf der Liste. „Passler, please say hello to Tefarie“ Tefarie, the best Driver (sagt er später über sich selber) said hello to me, nimmt meinen Rucksack und zwei weitere Reisende folgen. In diesem Moment ist mir noch nicht bewusst, dass wir von nun an für die nächsten vier Tage zusammengeschweißt sind und auch nicht, dass bereits mit diesem ersten Fahrzeug ein Dreamteam zusammengestellt wird: Ein Wiener, ein Japaner, ich und der launischste Driver ever unter der äthiopischen Sonne. Und Sonne werden wir viel haben. Immerhin nur drei Passagiere in einem riesigen Toyota- Geländewagen. Oben drauf Kanister und Matratzen.
Was in den darauffolgenden Tagen passiert, erklärt sich am besten mit einer Bilderflut. Ich werde ja selber überflutet von Landschaftseindrücken, intensiven Farben, Stimmungen, Dreck und so schlichten Bedürfnissen wie Hände waschen, Schatten, Schlaf.
Essen gibt es immerzu genug und immer vegetarisch. Fleisch ist teuer, wir werden kostengünstig abgespeist. Ich bin sehr froh darüber! Außerdem ist gerade die orthodoxe Fastenzeit, in der offiziell kein Fleisch gegessen wird.
Die besonderen Begabungen in unserer Gruppe zeigen sich schnell: der Driver ist für die Musik zuständig, er singt sogar sehr schön! Er heißt jetzt DJ Taffi. Der Japaner kann zwar kaum Englisch, begeistert sich aber für alles. Vor allem für die Musik. Er hält uns zusammen und kümmert sich in einer derartig aufmerksamen Bescheidenheit darum, dass es allen gut geht, dass wir pausenlos glücklich sind. Er bekommt von DJ Taffi den Namen Mr. Shoe. Die beiden verstehen sich immer bestens, auch mit Minimalvokabeln. Der Wiener ist unser Lexikon. Ihn kann man alles fragen. Meine Rolle ist unklar. Ich bin einfach nur da und habe Spaß. Mir werden Taschenlampen und Latschen geliehen, werde irgendwie gut behütet und ich mag diese Rolle.






Geschlafen wird auf dem Lavafels von Mitternacht bis 4h. Denn wir müssen unten sein, bevor die Tageshitze auf dem Vulkan unerträglich wird. Der Qualm lässt alle husten und wir sind froh, als die Kamele endlich wieder beladen sind und wir den Abstieg starten.



Den Abend verbringen wir mit einer fürstlichen Ingera-Mahlzeit und unglaublichen Gesprächen zwischen Menschen aus der ganzen Welt: Spanien, Frankreich, Korea, Japan, Israel, Schweiz, Slowakei…

Am nächsten Morgen verlaufen sich der Österreicher und ich im Gewirr der gleich aussehenden staubigen Straßen zwischen Ziegen, Kühen und eifrigen Schulkindern. Sie rufen uns nach und zeigen lachend auf uns: „Ferengi!“ (=Ausländer) . Wir finden nur mit Hilfe eines rührenden Einheimischen zurück, „Guesthouse“ versteht er nicht, aber das zufällig geschossenene Foto unserer Straße erkennt er sofort.
Ein Hoch auf die Äthiopier und ihre Landmarks!

















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Am Ende der Reise kommen die drei lustigen Spanier und wir wieder in Mek’ele an. Der DJ verdrückt sich ganz schnell, meine beiden Mitreisenden gehen in ihren Hotels duschen und ich gucke mir die Stadt an.

Bevor ich zum Flieger (abends zurück nach Addis) muss, geht mein Dreamteam noch einmal gemeinsam Essen und trinken. Wir verbringen den Abend damit, uns auf Minimalenglisch über fremde Länder zu unterhalten und zu überlegen, auf welchem Kontinent wir uns nächstes Jahr wiedersehen werden.
Heute bin ich noch immer im Rausch von Farben, Landschaft, Hitze und vor allem: Begeisterung für dieses wunderschöne Land Äthiopien, von dem ich nur einen klitzekleinen Ausschnitt gesehen habe.
Was nehme ich außerdem noch mit?
Die Begegnungen mit den Menschen aus diesem Land und mit Menschen aus aller Welt und dieses Land selbst machen unglaublich glücklich!
Bist du ein Glückskind!
Ich kuriere hier auf der anderen Seite des Mittelmeeres meine erste wintergrippe aus und lasse mich von deinen afrikanischen Geschichten erwärmen… Bon journee!
Bisou de ta seur
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