Debre-Zeyit

Einen Landausflug habe ich mir gewünscht. Da kam der Anruf: „Komm her, wir haben einen Bus gemietet!“ Was, jetzt? Es ist schon mittags!

Egal, ich nehme ein Taxi zur Hochzeitsfamilie und werde wieder von allen einzeln herzlichst begrüßt. Sie wachsen mir langsam ans Herz. Dann darf ich im kleinen Hof hinter der Küche sehen, wie die traditionellen Ingera gemacht werden und sogar selber mitkochen.

Der Sauerteig (aus Teff) wird schwungvoll von außen nach innen in die Spezialpfanne gegossen,

dann muss man abwarten.

Mit einer Strohunterlage wird der fertige Fladen dann aus der Form gehoben.

Die Köchin mit ihrem duftenden Ergebnis

Bei mir wird das nur halb so elegant…

Ich weiß weder, wo es gleich hingehen wird, noch was wir dort machen werden. Es gibt keinen Plan, erfahre ich. Die afrikanische Planung macht mir heute nicht zu schaffen, ich mache einfach mit.

Als wir schließlich über die holprigen Straßen zuckeln, ist es zwar schon nachmittags, aber die vorbeiziehende Landschaft ist unglaublich.

Durchs Busfenster zo fotografieren ist ein bisschen unsinnig…

Wir überholen Ziegen, galopperende Kühe, Pferdewagen und Unmengen von blauen Tuktuk-Taxis am Straßenrand, die ich alle fotografieren will, wenn wir dann ankommen.

Wir kommen an einem See mit Wellness-Resort an, wo man auch in die Umgebung wandern kann. Da wir alle keine geeigneten Schuhe dabeihaben und ohnehin hungrig sind, gehen wir (sehr lecker) essen – mit Blick auf den See und seine Scharen von Vögeln, die wie Blüten in den Sträuchern sitzen.

Die Sonne geht unter während wir speisen und wir fahren zurück nach Addis.
Wir anden im YOD-Abessynia, einer Art Nachtclub mit traditioneller Tanzshow.

Meine tanzwütigen Begleiterinnen stürmen zwischendurch die Bühne. Es wird Honigwein getrunken und jede Menge Fotos gemacht. Auch mein Handy wird zu diesem Zweck rumgereicht.

Es wird spät, aber wie immer werde es ich sicher vorm Hotel abgesetzt.

Dann beginnt ein ganz neues Kapitel in Sachen afrikanische Gelassenheit:

Im Hotelfahrstuhl schon stelle ich fest: Mein Handy, einziger Kontakt zur zivilisierten Welt (und auch zur Hochzeitsgang), ist nicht mehr bei mir.

Gute Nacht!

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Aani sagt:

    Ja und nu?
    Blogs du vom Labtops aus?
    Oder haste dein Handy schon wieder?
    Bin gespannt wie sich das mit der Gelassenheit entwickelt…
    Good LUCK!
    & good night
    Arnika&co

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    1. Haltt’s einfach aus. Das ist Teil der Übung…

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