Highway to Hel

Bin auf der Flucht vor den Masurischen Seen auf eine ausgedehnte Kaffeetasse nach Gdansk gefahren. Ich liebe die Polen dafür, dass sie diese Stadt so wundervoll restauriert haben. Alles hier ist Altstadt. Schön, lieblich, toll und voll.

Nicht das klassische Danzig- Motiv. Denn diese Stadt ist überall schön!

Ich habe so viele aufregende Städte gesehen, kann oder will mich gerade nicht auf noch eine davon einstellen. Befinde mich ja derzeit immer noch auf meinem Weg um Kaliningrad herum, weswegen ich das Baltische Meer schon länger nicht gesehen habe. Ich vermisse es. Und noch viel mehr vermisse ich meine geliebten Kinder! Sie sind das Gegenargument (warum ich mich dann doch von der Kurischen Neheung losriss).

Der Weg nach Gdansk war beschwerlich, da die Ortschaften allesamt polnische Namen haben. Soweit logisch. Warum aber nennt Google mir blöde deutsche Namen? Ich suchte (mal wieder offline und ohne GPS-Empfang) den Weg nach Rastenburg, was dann aber Ketrzyn hieß. Das ging dauernd so. Als ich dann endlich wieder in Spur lief, führte mich die Autobahnauffahrt direkt vor der russischen Grenzstation vorbei. Zur Vollständigkeit des absurden Bildes müsst ihr wissen, dass ich morgens endlich mal das Nötigste gewaschen hatte und nun hinten im Auto eine Schlüpperparade hängen hatte, die ich in einem eleganten Wendemanöver vor der Grenzstation präsentierte. Nichts wie weg hier!

Radweg nach Hel auf Hel

Nach den Tagen der Stadtbeaichtigung von Vilnius und des Kilometerfressens lege ich einen Aktivtag ein und radele von Wladislawowo (beide L mit Schrägstrich = Ausprache wie Double-u) (los, probiert das mal!) auf der schmalen Landzunge nach Hel. Die ist so schmal, dass Eisenbahn, Straße, Radweg und Strand genau nebeneinander passen. Gut, ein bisschen Pampa passt auch noch.

Bombenwetter für Activity

Am Ende gibts für mich Strand und für die Polen wieder den üblichen buntbilligen Nippesmarkt. Sie lieben das!

Gut 30 km radeln reichen völlig und ich nehme den Zug zurück. Den Bus hatte ich in einer Seitenstraße hinter einem Lidl abgestellt, komme aber nun aus einer anderen Richtung und halte Ausschau nach dem Lidl-Schild. Dabei fällt mir ein Schornstein mit der Aufschrift „Ryby-Wędzarnia“ ins Auge. Haha, das wird eine Fischräucherei sein! Zum Glück nicht schon wieder! Zum Glück steht mein Bus hinterm Lidl, denke ich noch. Und radele im selben Moment an ihm vorbei …aus der Seitenstraße hinterm Lidl.

Fiskrökeri auf Polnisch. Darunter Rüdiger.

Der polnische Rest ist schnell erzählt:

Die Landschaft ist der Hammer! Die Strände weit …und bunt (sie bauen hier ALLE diese Windschützer auf). Polnische Männer tragen gern das T-Shirt über dem Bauch hochgezogen auf Halbmast. Dabei zeigen sie ihre Brüste. Das sieht gar nicht gut aus.

Wo immer ich an den Strand will, wo immer ein sehenswerter Ort ist: sie stellen Polenflohmärkte auf. Ganze Strandpromenaden und Ortskerne sind damit zugeramscht. Ich will das nicht fotografieren, will die Bilder aus meinem Kopf kriegen. Oben drüber das Hotelschild „Pensionat Mors“ sagt mir: Wer hier landet, ist am Arsch.

Dafür fahre ich immerzu durch holprige Alleen.Alle Landstraßen scheinen Alleen zu sein. Bäume und Sträucher sind immer exakt auf Straßenkante gekürzt. Es ist sooo malerisch!

Das Umrechnen der Zloty ist übrigens ganz einfach: Teilen durch 4,13 (Scherz, ich glaube 4,31 ..oder war es 4,23?)

Die meisten Campingplätze sind entweder oberbieder dekoriert oder fies eingezäunte Käfighaltung.

Deswegen ist das hier mein letzter polnischer Sonnenuntergang in Międzyzdroje (Misdroy) auf Wolin:

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