Vilnius außer Rand und Band

In Vilnius ist gerade nicht nur die Akkordeonwoche – an allen möglichen Orten sitzt einer und spielt ein Liedchen – sondern jetzt am Wochenende sind auch noch die Hauptstadttage. Tagsüber merke ich es nur an dem kilometerlangen Markttreiben auf dem Gedimina-Pr. = Die Downtownstreet.

Ich bestaune die Architektur. Angeblich eine Barockstadt, aber hier wächst alles durcheinander.

Die Altstadt liegt irgendwie mittendrin. Aber anders als in Tallinn und Riga vermischt sich das hier ganz unauffällig.

Die freie Region Uzupis hat ihren eigenen Staat, eigene Künstler und Musiker, eigene Regeln und eine eigene Verfassung (an der Mauer stehen). Sie haben sogar Ehrenbürger und weltweite Botschafter (gidf.de)

Die Verfassung ist in um die 30 Sprachen übersetzt und absolut lesenswert! Z.B. hat jeder Mensch das Recht, eine Katze zu halten, muss es aber nicht. Keine Katze muss ihren Menschen lieben, ihm aber in schweren Zeiten beistehen.

Dieses Jahr wird außerdem das hunderjährige Bestehen Litauens gefeiert. Feierliche Reden vorm Genozidmuseum in offiziellem Staatsornat mit TV-Übertragung.

Überall in der Stadt sind Bühnen aufgebaut und sie spielen alles von Folklore über Klassik bis schräg.

Abends füllt sich die Gedimina und später der riesige Platz um den Gedimina-Turm an der Kathedrale.

Kreischende Teenies als die absolut angesagte Boygroup BA auftritt. Ich verstehe kein Wort (sie sind Patrioten, sagt man mir), aber die Stimmung ist grandios, die Musik laut und die Kulisse gigantisch.

Dass ich mir für den Rückweg zum Backpacker-Hostel „Downtown-Forest“ die angeleuchtete Kirche gemerkt hatte, stellt sich als reichlich bescheuert heraus. Hier leuchten hunderte Kirchen und andere bombastische Gebäude. Vor jedem ein Fest mit Musik. Oben vor dem (angeleuchteten) Astoria feiern die Reichen und Schönen ganz in Weiß und mit Security. Ich lande viel zu weit oben auf dem Berg über Uzupis. Hier gibt es ein lautes, schräges Konzert und … mal wieder Streetfoodbuden, Fritz-Cola-Liegestühle und jede Menge Trubel.

Als das dann auch aufhört und die Menge sich auflöst, ist es nicht mehr weit zu meinem Downtown-Forest, wo die Backpackerparty noch in vollem Gang ist…

Next stop: Polen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s