Nichts als Probleme

Allen denen, die glauben, ich stelle mein Leben hier als reinstes Zuckerschlecken dar, sei dieser beispielhafte Beitrag gewidmet.

Frühmorgens auf dem Campingplatz in Salo (da übernachtet man, wenn man zwar alles hat zum Glücklichsein, aber mal ne Dusche, Strom oder WiFi braucht, von denen es meistens aber nicht alles auf einmal gibt). On ne peut pas tout avoir!

Es ist 7 Uhr. Ich muss mal, Es regnet. Es schüttet. Ich schlafe weiter bis neun. Muss immer noch.

Die übliche Prozedur: Ich raffe das Nötigste zusammen, gehe zur Küche, setze Kaffee auf, stöpsele die Powerbank an (hoffentlich vergesse ich sie nicht!). Dann spurte ich zum Klo. Kaffee kochen während dem Duschen ist erprobt. Das passt zeitlich prima, weil die Herdplatten hier so lahm sind. Und die Wege kurz. Der heute ist es. Allerdings gibts hier ein noch nicht da gewesenes Problem mit dem Kloschlüssel. Der hängt an meinem Platznummernschild und lässt sich nirgendwo aufhängen. Der Haken an der Klotür ist zu dick für den Schlüsselring, für die Hosentasche ist das Schild zu groß, vom Blechklorollenhalter rutscht es runter.Man stelle sich nur vor, wie viele vor mir schon das gleiche Problem hatten und mit welchen Folgen… iih…

Egal, schnell duschen. Die Dusche ist viel weiter weg. Schaff ich noch. Hier gibts Zweierduschen. Ich stehe also nackt neben einer Fremden und stelle fest: Duschgel vergessen. Der Seifenspender im Vorraum ist leer, da tut sich nichts. Schnell wieder zurück hinter den Duschvorhang. Die Frau guckt komisch. I vergot my soap. Do you have any? Soap? Seife? Sie muss welche haben, hat doch soeben geduscht. Sie zuckt die Schultern, zieht schnell die Dusche ab und sich an und flieht. Ja. Ich stinke, das ist das ja. Ich schonmal unters Wasser. Ich stinke einfach so lange weiter, bis mir jemand Seife bringt. Zurück zum Auto? Ohne Seife duschen? Stinkstreik? Mein Gott, der Kaffee… Da fällt mir ein, dass wir früher auf Reisen Flecken mit Zahnpasta aus Klamotten gewaschen haben. Das könnte doch auch…

Ich spar euch den Rest. Kaffee war grad durch, als ich in die Küche kam.

Anderes Problem:

Hier gibts kein Netz.

Eigentlich gibts hier kein Netz.

Es gibt immerzu kein Netz.

Es geht ja auch mal ohne Netz…

Aber such mal ne Straße, wenn Google dir ständig sagt: geht nicht im Offlinemodus. Hab ne tolle Stellplatz-App. Die sagt mir auch immer: is grad nich. Und den Finnisch-Übersetzer kann ich mir aus dem gleichen Grund in die Haare schmieren.

Die Lösung sind hier Parkplätze mit „Wi-Box“ und in Städten das Espresso-House. Das hat immer free WiFi.

Turku: Downtown

Turku: Die alte Kauppahalli (schwedisch: Saluhallen)

Retro-Café in der Kauppahalli

.

Aber finnisch ist dann gar nicht so schwer, wie ich immer dachte, jedenfalls nicht geschrieben: am Museumsshop steht Museokauppa, an der Markthalle Kauppahalli, an der Bank Pankki. Ich mach einfach hinten immer irgendwas mit -lli oder -ppi, dann wird das schon!

Ich hätte es bei der Duschfrau vielleicht mit Seippi probieren sollen…

…und wer macht mit mir aus dieser Villa ein Art-Hotel? Sie steht alleine auf einer Landzunge bei Turku, zwischen Kiefern und Blaubeeren, hat eine herrliche Caféterrasse und einen wunderbaren Meerblick… Der Yachthafen ist ganz in der Nähe. Man könnte mit einem Motorboot nach Turku oder auf die Ålands fahren und im Winter auf dem Eis dorthin laufen, fahren, schliddern…

Heute gehe ich mal bisschen kauppi in Helsinki. Suppi!

Ihr seht also: Die Lage bleibt weiter propplemaatti!

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