Ålandinseln

Åland besteht aus über 6000 Inseln und alle haben sie Namen. Meistens mit -ö hinten (Ö wie Insel). Genaugenommen gibt es nur eine Stadt, Mariehamn, die 1861 Zarin Maria Katharina bauen ließ, für damals 35 Bewohner. Sie wollte gerne eine Hafenstadt für die Route Stockholm- Sankt Petersburg haben.

Kulturhafen Sjökvarteret in Mariehamn

Die Russen verließen die Insel 1917, als die Schweden alte Ansprüche geltend machten. Im 2. Weltkrieg übernahmen die Finnen wieder und die Deutschen mischten auch mit. Franzosen und Engländer waren hier schon früher mal marodierend unterwegs gewesen. Irgendwie wurden die Inseln immer mal wieder auf- und demilitarisiert. Alle wollten hier militärisch-strategische Stützpunkte aufbauen (im Prinzip eine Art Malta der Ostsee). Kann man alles genau auf Wikipedia nachlesen, will euch ja hier nicht langweilen. gidf.de

Mir scheint, die Åländer wollten hier einfach nur so leben. Allerdings ist der Tourismus schon lange ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Heute ist Åland eine autonome finnische Region mit eigener Regierung, eigener Landesflagge und schwedischer Amtssprache. Allerdings muss das hier ein harter Dialekt sein. Ich verstehe kein Wort. Schwedisch verstehe ich auch nicht.

Der springende Punkt ist aber: Sie leben alle so verstreut. An den Landstraßen sieht man neben jedem Kiesweg immer mal ein, zwei Briefkästen und dann führt der Weg auch meistens nur genau zu einem Haus. Stehen mal mehrere Häuser näher zusammen, gibt es ein Ortsschild. Der Ortsname bezeichnet aber eher eine Region.

Die Badestelle hinterm Campingplatz habe ich für mich allein.

Vorgestern habe ich übersehen, in Mariehamn einzukaufen, bevor ich mein Inselhopping Richtung finnisches Festland startete. An einer Landstraße sah ich ein Schild „Livs“ (Lebensmittel). Dort suchte ich vergeblich nach Brot und Gemüse. Es gab ein Regal mit Cola, Limo, Bier (15€ für ein Sixpack 0.33er Dosen!) und ein Regal mit Chips und Süßkram. Jede, wirklich jede deutsche Tanke hat mehr im Angebot!

Eine Tanke habe ich übrigens auch gesehen, in Geta:

Zwei überirdische Tanks mit Zapfsäule. Daneben ein „Lanthandel“ (Laden für alles) mit Café (sowas ist immer geschlossen, auch oder gerade in der Kombi), gegenüber eine Bushaltestelle mit Postkasten. Auf der anderen Seite des leeren Platzes eine kleine Kirche. Das war insgesamt schon ein richtiger Ortskern!

Tanke in Geta

Die Åländer scheinen sich also wohl alle selber zu versorgen. Es gibt viele Felder und Weiden.

Chillende Kühe

Das klingt nun erstmal nicht so richtig bombastisch. Dafür ist hier alles voller Natur. Immerzu raschelt der Wind in den Bäumen, irgendwo glitzert immer ein Wasser und die Luft flimmert von Lichtreflexen und dem Summen von Libellen. Hier wird man zum Impressionisten!

Vor der Föglö Kyrka

Föglö ist die Vogelinsel. Aber außer Schwalben, Schwänen und Fasanen sehe ich nur ein paar kleine blassgrüne Piepser in den Birken rumturnen.

Die Vögel in der Birke links entziehen sich dem Betrachter.

Man weiß hier nie, wo eine Insel aufhört und eine andere anfängt. Viele sind mit Brücken verbunden, andere mit kleinen kostenfreien Pendelfähren.

Für meine Weiterreise aufs finnische Festland (mal sehen, wie „fest“ das ist) nehme ich eine Mischung aus Süd- und Nordroute, also von Lumparland aus nach Nordwesten hoch.

Manchmal kann ich schon Fähre fahren, ohne Fotos zu machen. Manchmal.

Die großen Autofähren muss man buchen, weil man sonst zur Hauptreisezeit vielleicht nicht mitgenommen wird. Man bezahlt 105€ und kann beliebig viele Fahrten zu allen möglichen Inseln hin und her, kreuz und quer machen, bis man an einem Endhafen landet.

Bei Ålandstrafiken in Mariehamn erfahre ich, dass ich mich für die einzige Route entschieden habe, die nur 64€ kostet, weil sie mit der kürzesten Strecke (Svinjö-Föglö) beginnt. Dort gibt es auch 10% Direktbuchungsrabatt. Nur so als Tipp, weil ihr ja jetzt alle hierher reisen wollt.

Viele Grüße vom Deck der MS Odin unterwegs im Skärgården!

.

Und ja: Es geht mir gut. Wie sonst? Wem das hier zu wunderbar erscheint, kann jetzt noch die bittere Wahrheit erfahren: Hatte mal zwei Tage einen verzogenen Rücken und war matt und verfröstelt, als hier die große Regnerei einsetzte. Jetzt bin ich vollständig aklimatisiert, bei milden 24° sonnig, leicht windig.

Rüdigers kleines Elektro-Problem hatte der nette Mann vom Boschservice in Svendborg schon behoben. Seitdem sind wir ein prima Team und es schläft sich auch sehr gut, nachdem ich die eine oder andere Fliege oder Mücke hinter das Mückennetz verbannt habe.

Anfangs war ich viel so für mich. In den letzten Tagen habe ich auch ein paar schöne Begegnungen gehabt.

Noch Fragen?

Achja: Mein letzter Sonnenuntergang auf den Ålands auf dem wunderschönen Korsö:

Aussicht von meinem Schlafplatz

Ooooh, ich werde es vermissen!

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. aani sagt:

    Ohhh jahhh,
    man möchte mitreisen – da scheint sich alles so schön auszudehnen da im Norden…
    und so richtig viel los da in Äland… 😉
    chillen mit den Kühen , unter ner Birke oder doch lieber am Wasser bei Sonnenuntergang – die Wahl iss richtig schwer!

    Ich mach das ab morgen lieber gleich in der Dordogne – mal sehn ob’s da auch so ne Auswahl gibt…

    Guat schaugst aus – däs gfreit mi sehr, dass das dia gut gehn lässt Madl, iss scho recht!!!!

    Servus und Salut
    je t’embrasse

    Gefällt 1 Person

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