Kulturschock Stockholm

Genau genommen kriege ich hier einen Knall.

Nach so vielen Tagen der Ruhe in der Natur, von Wind, Meer und Wald, gibt es schlagartig viel zu viel zu sehen. Eine Fülle von Eindrücken in schwüler Hitze. Es hat heftig geschüttet, aber wohl immer noch nicht genug.

Als ich in die Stadt hineinradele, komme ich durch ein verbautes Gewimmel von hässlichen Hochstraßen und Wohnblocks. Da denke ich mir: was für ein Bohei um eine so normale Stadt!

Es geht dann ganz plötzlich – und später überall in der Stadt immer wieder ganz plötzlich: Eine Ecke, eine Treppe, eine Brücke genommen und schon stehe ich mittendrin in einer neuen Welt. Plätze voll wimmelndem Leben, uraltes Straßenpflaster, beeindruckende Bauten wohin ich nur sehe, Uferpromenaden und Straßenlokale überall. Und Wasser, viel Wasser! Schiffe stehen zu Hunderten in allen möglichen Häfen oder fahren überall emsig herum.

Genauso plötzlich befinde ich mich inmitten einer der vielen Großbaustellen, um dann festzustellen, dass der Trubel eine Etage tiefer weitergeht. So z.B. am Sergelstorg, wo ich um eine relativ ruhige, banale Hochhausecke biege und in einer Baustelle lande. Dahinter stehe ich dann unerwartet über einer völlig überlaufenen Einkaufsmeile – huch, da unten ist auch noch was!

Mittlerweile bin ich ziemlich fasziniert: Es herrscht hier ein wimmelndes Neben- Über- und Unternander von Straßen, Schienen, Brücken und Passagen. Geschichtsträchtige uralte Häuser, Schlösser, Straßen, Parks, Hinterhöfe, enge Gassen und jede Menge Kirchen neben supermoderner und oller Architektur, Autotrassen und Wasserwegen. Alt und Neu, Wasser und Land, Lärm und Ruhe…

In Södermalm
Tor zum königlichen Stadtpark. Djurgården
Deutscher Platz in der Gamla Stan
Am Mälarkai

Und dann ist da dieser geniale Platz: Das Eken hinter dem Slussen am Hilton zwischen Autobrücke und Fußweg am Brückenende. Unter mir kreuzen Bahngleise über der Baustellenstraße, führen über den Mälar und enden auf der anderen Seite unter der anderen Autobrücke unter der Stadt, aber über dem Mälar. Hier kreuzen alle Wege zwischen Norrmalm und Södermalm. Von allen Seiten fließt es um das Eken herum: Leute, Radler, Autos, Züge, Busse, Schiffe, Kräne, Wasser, Wolken.

Am dritten Tag verfalle ich wieder dem Brückenradelrausch. Hier ist ein neues Objekt der Begierde in Sicht:

Und so sieht die Welt von da oben aus aus:

Hatte ich mal Höhenangst? Nee, oder?

Der Abschied von Stockholm rückt näher. Danke für den Veggie-Tip beim Hermans, Kinnings!

Hej, då!

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